Klimaschutz setzt Impulse für Wachstum und Beschäftigung

Logo_BMU_2018_400x300Berlin, 21. Mai 2019. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat heute den BMU-Kongress „Klimaschutz als Innovationsmotor für die Wirschaft“ eröffnet. Der Kongress zeigt anhand aktueller Studien, wie sich der Umbau hin zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft auch ökonomisch rechnen kann.
Svenja Schulze „Klimaschutz zahlt sich dreifach aus. Er treibt Innovation voran, schafft Arbeitsplätze und stärkt Exporte. Klimaschutz ist ein Treiber für moderne Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Die Politik kann die dafür notwendigen Impulse setzen“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze in ihrer Eröffnungsrede. „Mit konsequentem Klimaschutz sichern wir uns einen Platz in der Spitzengruppe der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Länder, die das nicht ernst nehmen, werden dagegen weit zurückfallen.“

Schulze forderte, jetzt energisch daran zu arbeiten, wie die Klimaneutralität Deutschlands zu erreichen ist. Diskussionen über Ziele sollten der Vergangenheit angehören: „Wir brauchen keine lähmenden Diskussionen mehr darüber, ob wir ein treibhausgasneutrales Land werden wollen oder nicht. Ich will lieber darüber reden, mit welchen Technologien und gesellschaftlichen Innovationen wir Klimaschutz machen.“

Dass sich Investitionen in Klimaschutz rechnen, ist auch das Ergebnis von vier nationalen und internationalen Studien, die beim Kongress vorgestellt und diskutiert werden. Die Studie „Wirtschaftliche Chancen durch Klimaschutz“ betont den positiven Effekt einer Klimaschutzwirtschaft auf den Außenhandel. Die Untersuchung „Folgenabschätzungen der sektoralen Klimaschutzziele“ zeigt, dass sich Klimaschutz in allen betrachteten Pfaden volkswirtschaftlich vorteilhaft niederschlägt. Die OECD-Studie „Finanzierung der Klimazukunft. Umdenken bei der Infrastruktur“ wiederum beschäftigt sich mit Wachstumsimpulsen durch die Modernisierung von Infrastrukturen zur Erreichung der Klima- und Entwicklungsziele.

„Dass es heute Technologien gibt, mit denen wir den Klimawandel begrenzen können, verdanken wir innovativer Umweltpolitik. Viele dieser Technologien sind Made in Germany“, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter, die ebenfalls am Kongress teilnimmt. Am Nachmittag werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse einem Praxis-Check unterzogen. Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen, sowie Vertreter von Unternehmensverbänden und Gewerkschaften erklären, was Klimaschutz für sie bedeutet, welchen Chancen und Risiken sie sehen und was sie selbst konkret in ihren Unternehmen umsetzen.

Statistische Hintergrundinformationen: Im Jahr 2017 gab es rund 1,5 Millionen Klimaschutzbeschäftigte. Damit ist jeder 30. Beschäftigte in Deutschland für den Klimaschutz tätig. Interessant ist auch ein Blick auf die Zahl der in Deutschland angemeldeten Patente, die als Frühindikator für Innovationen und die Entwicklung der Wissensbasis eines Landes herangezogen werden und damit eine Facette der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zeigen: In Deutschland sind die Patentanmeldungen für Klimaschutztechnologien seit 1991 mehr als doppelt so schnell gewachsen wie die Patentanmeldungen insgesamt. Das belegt, dass Klimaschutz ein wichtiger Innovationstreiber für die deutsche Wirtschaft ist. Mit 14,3 Prozent der weltweiten Patentanmeldungen für Klimaschutztechnologien steht Deutschland auf Platz 3 nach Japan (19,9 Prozent) und den USA (16,2 Prozent). Innerhalb der EU hat Deutschland einen Anteil von 37,5 Prozent an diesen Patenten.

Weitere Informationen zum Kongress hier.

Studien:

OECD: Investing in climate, investing in growth
OECD: Financing Climate Futures – Rethinking Infastructures
Die OECD-Studien kommen zu dem Fazit, dass mit den richtigen politischen Maßnahmen eine ehrgeizige Verringerung des Treibhausgasausstoßes mit höherer Produktivität und inklusivem Wachstum einhergehen kann. Selbst wenn der fiskalische Spielraum gering ist, kann mit den richtigen strukturellen Maßnahmen und den richtigen Anreizen ein stärkeres Wirtschaftswachstum mit einer inklusiven, emissionsarmen und stabilen Entwicklung kombiniert werden. Je früher dieser Transformationsprozess beginnt, desto eher lässt sich verhindern, dass Arbeiterinnen und Arbeiter, die besonders von emissionsintensiven Branchen abhängig sind, zu stark belastet werden.

Adelphi, Roland Berger, DIW, GWS: Wirtschaftliche Chancen durch Klimaschutz
Die ausführliche Studien finden Sie hier. 

Öko-Institut: Folgenabschätzung der sektoralen Klimaschutzziele 2030 des Klimaschutzplans 2050.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Ziele der einzelnen Sektoren mit unterschiedlichen Strategien erreichbar sind. Alle untersuchten Umsetzungsstrategien sind aus volkswirtschaftlicher Sicht mit positiven Wirkungen verbunden. In allen Sektoren ergeben sich spezifische Herausforderungen, die bei der Erarbeitung und Umsetzung des ersten Maßnahmenprogramms zum Klimaschutzplan 2050 berücksichtigt werden sollten.

Pressekontakt: 
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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