UFOP-Vorsitzender begrüßt Ambition der Koalition im Klimaschutz und fordert Einbeziehung der Biokraftstoffe

Berlin, 25. November 2021. Der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), Detlef Kurreck, begrüßt die Zielstellung der neuen Regierungskoalition, den Klimaschutz in den Mittelpunkt des Regierungshandelns zu stellen. Um die großen Herausforderungen gerade im Transportsektor anzugehen, sei jedoch ein technologieoffener Ansatz nötig, Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors unter Nutzung nachhaltig erzeugter Biokraftstoffe. Dies stärke auch die heimische Eiweißversorgung. Die sei ein wichtiges Element der im Koalitionsvertrag angekündigten Weiterentwicklung der Eiweißpflanzenstrategie.

Nach Durchsicht des gestern vorgelegten Koalitionsvertrages von SPD, Grünen und FDP begrüße die UFOP die Tatsache, dass die neue Regierung die Herausforderungen des Klimawandels in den Mittelpunkt ihrer Politik stelle, so der UFOP-Vorsitzende Kurreck. Die UFOP unterstütze nachdrücklich die Zielsetzung, die Pariser Klimaziele zu erfüllen und das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Zu begrüßen sei auch der klarer Fokus der neuen Koalition auf Innovation und Forschung. Dies sollte die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter beschleunigen und zu weiteren Fortschritten bei der Defossilisierung des Verkehrssektors führen. Die Vorgabe, sich von der Technik des Verbrennungsmotors zu verabschieden, widerspreche jedoch dieser Zielsetzung. Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, werde stattdessen einen technologieoffener und zudem ganzheitlicher Ansatz benötigt, der auch die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors unter Nutzung nachhaltig erzeugter Biokraftstoffe einschließe. Denn diese Biokraftstoffe seien auch untrennbar verbunden mit der Lieferung heimischer Proteinfuttermittel. Die neue Bundesregierung wolle die Sektorkopplung fördern. Dieser begrüßenswerte Ansatz dürfe dabei nicht nur die Produktion von erneuerbarem Strom und deren unterschiedlichen Anwendungen berücksichtigen, sondern müsse infolge der im Koalitionsvertrag avisierte Extensivierung des Ackerbaus auch die mit Biokraftstoffen aus heimischen Anbau verbundenen einkommenswirksame Wertschöpfungseffekte für die Landwirtschaft einbeziehen, unterstrich Kurreck.

Positive bewertet der UFOP-Vorsitzende deshalb die im Koalitionsvertrag angekündigte Weiterentwicklung der Eiweißpflanzenstrategie, zu der im weiteren Sinne auch der Rapsanbau als nach wie vor wichtigste heimische Proteinquelle zähle. Dies sei auch Teil der Forderungen der UFOP zur Bundestagswahl gewesen. Die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL müsse zu einer nationalen Eiweißstrategie im Dialog mit den Fachverbänden weiterentwickelt und konsequent umgesetzt werden. Dazu gehöre auch die Überprüfung der aktuell vorgesehenen Regelungen in den Ökoregelungen der nationalen Umsetzung der EU-Agrarpolitik.

Die von der Koalition geplante ausschließliche Fokussierung auf die Förderung bzw. Entwicklung der Elektromobilität und die Entwicklung der Wasserstoffstrategie sehe die UFOP kritisch, da der Markthochlauf dieser Technologien noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird und erhebliche Investitionen erfordert. Notwendig sei mit Blick auf den auch in 2030 noch ca. 30 Mio. Fahrzeuge umfassenden Altbestand ein sofortiges Handeln im Verkehrssektor, z.B. durch den verstärkten Einsatz hocheffizienter, treibhausgasoptimierter Biokraftstoffe.

Die UFOP steht dem Bekenntnis der künftigen Regierung, dass die Bioenergie in Deutschland eine neue Zukunft haben soll, positiv gegenüber. Dazu soll eine nachhaltige Biomassestrategie entwickelt werden. Die UFOP steht mit ihrem Expertennetzwerk für die Entwicklung einer Roadmap zur Verfügung. Die UFOP fordert, dass in dieser Strategie auch der erhebliche Klimaschutzbeitrag der heutigen Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse anerkannt wird und diese auch in Zukunft eine feste Rolle einnehmen, zum Beispiel im Gütertransport oder in Landmaschinen.

Kurreck vermisst im Entwurf des Koalitionsvertrages jedoch ein klares Bekenntnis der zukünftigen Bundesregierung zu den neuen Züchtungstechnologien. Dass die Koalitionsparteien die Züchtung klimarobuster Pflanzensorten unterstützen wollten, sei zu begrüßen. Eine Aussage, mit welchen Methoden man diese Sorten schnell für die landwirtschaftliche Praxis verfügbar machen wolle, fehle jedoch.

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Stephan Arens
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