EU wichtiger Absatzmarkt für US-Soja

Berlin, 26. März 2025. Die EU ist neben China der wichtigste Abnehmer für Sojabohnen aus den USA. Die Union kündigt jedoch erste Vergeltungszölle als Antwort auf die Zollpolitik der USA an. Das dürfte den Absatz von US-Sojabohnen negativ beeinflussen.

Die USA sind hinter Brasilien weltweit der zweitwichtigste Anbieter von Sojabohnen. Bei einer nationalen Erzeugung von knapp 119 Mio. t werden in der Saison 2024/25 voraussichtlich rund 50 Mio. t US-Sojabohnen über die Weltmeere verschifft. Hauptabnehmer ist dabei China, aber auch die Europäische Union nimmt einen beachtlichen Teil ab und rangiert auf Platz 2 der wichtigsten Absatzmärkte für die Vereinigten Staaten. Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr bezog die Union nach Angaben der EU-Kommission insgesamt 13,1 Mio. t Sojabohnen aus dem Ausland. Davon kamen rund 5,9 Mio. t aus Brasilien. 5,3 Mio. t wurden aus den USA eingeführt, die damit einen Anteil von knapp 41 % an den Gesamteinfuhren verzeichnen konnten.

Ein anderes Bild zeigt sich bislang in der laufenden Saison. So bezog die EU bis zum 16.03.2025 rund 9,6 Mio. t Soja aus dem Ausland. Mit 5,1 Mio. t stammte der größte Teil davon (gut 53 %) aus den Vereinigten Staaten. Nach Angaben des Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist dabei jedoch zu beachten, dass die brasilianische Ernte erst im Februar/März 2025 stattfand. In den kommenden Monaten dürfte daher vorrangig Soja der Ernte 2025 aus Südamerika bezogen werden.

Hinzu kommt die Ankündigung der EU-Kommission, US-Agrarprodukte, darunter auch Sojabohnen, als Reaktion auf die von den USA eingeführten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte mit Strafzöllen von 25 % belegen zu wollen. Diese könnten Mitte April in Kraft treten. Bei dem global üppigen Angebot dürften EU-Importeure zur Bedarfsdeckung daher insbesondere auf Bohnen aus Südamerika ausweichen. Auch die Ukraine dürfte als Lieferant weiter in den Fokus rücken. Verlierer wären in diesem Fall die US-Sojaerzeuger, denen ein wichtiger Absatzmarkt verloren ginge.

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Stephan Arens
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