Strukturwandel im Revier: Helmstedt gestaltet die Energiewende
Berlin, 13. April 2026 – Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Helmstedt als Energie-Kommune des Monats April 2026 aus. Die niedersächsische Stadt steht exemplarisch für den Wandel von einer fossilen Bergbauregion zu einem modernen Standort für erneuerbare Energien und nachhaltige Wärmeversorgung.
Ein zentraler Ansatz ist die Kommunale Wärmeplanung. Auf Grundlage umfassender Analysen hat die Stadt zehn Gebiete für den Ausbau von Wärmenetzen identifiziert. Ziel ist es, fossile Heizsysteme zu ersetzen und den Wärmebedarf deutlich zu senken. Perspektivisch kommen unter anderem Wärmepumpen, Abwärme sowie der Lappwaldsee als innovative Wärmequelle zum Einsatz. Flankiert wird dies durch energetische Sanierungen kommunaler Gebäude.
Auch im Helmstedter Revier wird der Strukturwandel sichtbar: Auf ehemaligen Bergbauflächen entstehen Wind- und Photovoltaikanlagen mit einer geplanten Gesamtleistung von bis zu 400 Megawatt. Hinzu kommen nachhaltige Flächenentwicklungen und innovative Projekte wie eine Verflüssigungsanlage für biogenes CO2 aus regionalen Bioabfällen und landwirtschaftlichen Reststoffen.
Zur Stabilisierung des Energiesystems ist ein Großbatteriespeicher mit einer Leistung von 110 Megawatt geplant. Parallel stärkt das Innovationszentrum HELMIZ in Kooperation mit dem Fraunhofer IST die regionale Wirtschaft durch Forschung, Technologietransfer und neue Geschäftsmodelle.
Die Stadt setzt auf breite Beteiligung: Mit einem Förderprogramm für Klimaschutzmaßnahmen unterstützt sie Bürger*innen bei Projekten wie Balkonsolaranlagen oder Begrünungen. „Mit ihrer Kombination aus strategischer Planung, innovativer Infrastruktur und aktiver Beteiligung der Bürger*innen zeigt Helmstedt, wie kommunaler Klimaschutz im Strukturwandel erfolgreich umgesetzt werden kann“, begründet AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt die Auszeichnung.
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