Rohöl als Taktgeber - Pflanzenöle mit Rückenwind

Berlin, 29. April 2026. –– Geopolitische Risiken und höhere Rohölpreise geben den Pflanzenölmärkten Halt. Palmöl profitiert zusätzlich von der Biodieselpolitik in Südostasien. 

Die Pflanzenölpreise drehten Anfang März ins Plus. Nach der Eskalation im Nahen Osten legte Rohöl mit einem deutlichen Risikoaufschlag zu. Der Ölpreisschock wirkt seither vor allem über den Energie- und Biokraftstoffmarkt in die Agrarmärkte und stützt insbesondere die Notierungen für Pflanzenöle. Höhere Rohölpreise verbessern tendenziell die Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel und damit auch die Nachfrageperspektiven für Soja- und Rapsöl. So wurden für Sojaöl Ende März für 1.155 EUR/t fob deutscher Mühle verlangt und damit rund 6 % mehr als noch Ende Februar. Stützend wirkt hier auch die US-Biokraftstoffpolitik. 

Das Niveau konnte im weiteren Verlauf jedoch nicht gehalten werden, sodass die Preise zuletzt auf rund 1.105 EUR/t gefallen sind. Für Rapsöl wurden am 21.04.2026 rund 1.165 EUR/t genannt, knapp 18 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Dabei bleibt die Nachfrage insgesamt verhalten. Marktteilnehmer agieren vorerst zurückhaltend und warten die weiteren Entwicklungen ab. Auch das zunehmend knappe Angebot an Rapsölraffinat vermag derzeit keine zusätzlichen Kaufimpulse zu setzen. 

Aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) bleibt abzuwarten, inwieweit sich der Beschluss des Deutschen Bundestages zur Weiterentwicklung der THG-Quote auf den nationalen Markt auswirken wird. Auch die anderen EU-Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben der RED III in nationales Recht umsetzen. Die höheren Zielvorgaben der RED III lassen erwarten, dass die Quotenverpflichtungen für Biokraftstoffe in allen Mitgliedsstaaten angehoben werden müssen. Die UFOP erwartet, dass der EU-Rapsanbau von den ambitionierteren Quotenregelungen profitieren wird. Mit Blick auf Ernte und Aussaat 2026 sei eine nachhaltige erzeugerpreisstützende Wirkung für Ölsaaten zu erwarten. 

Die UFOP weist ergänzend darauf hin, dass die Einsatzmenge von Biokraftstoffen aus Raps und anderen Anbaukulturen infolge der national festgelegten Kappungsgrenzen begrenzt ist. Für eine erneute „Tank-Teller-Debatte“ bestehe daher kein Anlass. 

Auch der Palmölpreis stieg seit Anfang März und kletterte mit umgerechnet 1.345 EUR/t zuletzt sogar an die Spitze der Pflanzenölpreise. Unterstützung erhält das tropische Öl insbesondere durch die Erwartung einer steigenden Biodieselnachfrage in den beiden größten Produktionsländern Indonesien und Malaysia. Diese könnte das Exportpotenzial der führenden Palmölanbieter begrenzen und das globale Angebot verknappen. Dem gegenüber steht jedoch die Aussicht auf eine weltweite Rekordproduktion bei einem gleichzeitig rückläufigen Palmölbedarf in der EU. 

Der Preisanstieg für Sonnenblumenöl setzte dagegen bereits im Spätsommer 2025 ein, nachdem eine enttäuschende Ernte in der Ukraine das Rohstoffangebot merklich limitierte. Fob ARAG waren zuletzt umgerechnet 1.276 EUR/t im Gespräch und damit 19 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. 


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