Über das Projekt

Integration von Biogas-Speicherkraftwerken in die kommunale Wärmeplanung für eine effiziente Energieversorgung
Das Projekt LKFlex bringt Landwirtschaft und Kommunen für die dezentrale Energiewende zusammen. Aufgrund ihrer Flexibilität können Biogas-Speicherkraftwerke Schwankungen in der Stromversorgung ausgleichen und zugleich in der kommunalen Wärmeversorgung eingesetzt werden. Im Projekt erarbeiten Biogasbetriebe und Kommunen mit Unterstützung von Expert*innen tragfähige Konzepte, um Biogasanlagen vor Ort zu flexibilisieren und in die kommunale Wärmeplanung zu integrieren.
Das Projekt wird von der Agentur für Erneuerbare Energien und dem Netzwerk Flexperten durchgeführt und vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.
Hintergrund des Projekts
Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien nehmen auch Schwankungen in der Stromerzeugung zu, da Strom aus Windkraft oder Photovoltaik wetter- und tageszeitabhängig ist. Biogas hat einen wesentlichen Vorteil: es ist speicherbar und stellt damit einen wichtigen Baustein für die Energiewende dar.
Insbesondere im ländlichen Raum gibt es viele Biogasanlagen, deren Potenzial noch nicht optimal genutzt wird: Sie laufen durchgängig und liefern Grundlast. Werden die Anlagen überbaut und mit einem Speicher versehen, können sie als Speicherkraftwerke eingesetzt werden. Dadurch lässt sich Biogas bedarfsgerecht einsetzen und die Stromerzeugung flexibel am Strombedarf ausrichten. Zudem stellen viele Biogasanlagen ihre anfallende Wärme noch nicht zum Heizen an die umliegenden Gemeinden bereit. Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen neben Strom gleichzeitig Wärme, die ins lokale Wärmenetz einspeist werden kann. Auch anfallende Wärmeüberschüsse lassen sich zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht einsetzen. Dafür müssen die Anlagen jedoch flexibilisiert und umgerüstet werden, was hohe Investitionskosten und wirtschaftliche Risiken mit sich bringt. Aufgrund dessen sind eine sichere Wärmeverwertung und zukunftsfähige Konzepte für Betreiber*innen von Biogasanlagen essenziell.
Zugleich sind Kommunen verpflichtet, bis spätestens 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen und suchen im Zuge dessen geeignete erneuerbare Wärmequellen. Das Wärmepotenzial von Biogasanlagen vor Ort wird dabei häufig unterschätzt.
Projektziel und Vorgehen
Mit dem Projekt werden Biogasanlagenbetreiber*innen und Kommunen für maximale Synergien zusammengebracht, um die vorhandenen Potenziale erneuerbarer Strom- und Wärmeerzeugung besser zu nutzen. Die Flexibilisierung von Biogasanlagen sowie die Einbindung in die kommunale Wärmeversorgung bieten für Kommunen und Betriebe gleichermaßen eine wichtige Chance: Sie stellen eine sichere, kostengünstige sowie klimafreundliche Wärmequelle direkt vor Ort bereit und stärken die regionale Wertschöpfung und Energieunabhängigkeit.
Dazu werden im Projekt sechs Paare aus Anlagenbetreiber*innen und ihren örtlichen Kommunen – ausgewählt. Gemeinsam mit Expert*innen erstellen die Projektpaare ein Konzept, mit dem Ziel, die Biogasanlagen zu flexibilisieren und in die lokale Wärmeplanung zu integrieren. Weitere relevante Akteure werden in drei Workshops bis 2028 schrittweise in den Prozess eingebunden. Die ausgewählten Projektpaare werden fachlich begleitet, um tragfähige Lösungsansätze für die Kommune und die Biogasanlage zu erarbeiten. Die einzelnen Projektschritte werden dokumentiert und öffentlich geteilt, sodass die Erkenntnisse für eine breite Zielgruppe nutzbar sind.
Die Landwirtschaft kann einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Wir freuen uns auf das neue Projekt, das lokale Akteure enger zusammenbringt und so neue Synergien entstehen lässt.
- Dr. Robert Brandt -
Sie interessieren sich als Biogasanlagenbetreiber*in oder als Kommune für eine Teilnahme am Projekt? Dann bewerben Sie sich noch bis zum 31.03.2026 bei uns.
Alle Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlprozess finden Sie hier.
Projektdauer: 12/2025 – 11/2028
Gefördert durch:
Förderkennzeichen: 2225NR053A
Kontakt:
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