UFOP: Welthandel mit Sojaschrot weiterhin auf Rekordkurs

Berlin, 20. August 2026 – Angetrieben von einem üppigen Rohstoffangebot und einer global stetig zunehmenden Nachfrage steigt der Handel mit Sojaschrot 2026/27, nach Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), das vierte Jahr in Folge.  

Auch wenn sich das Wachstum gegenüber den vorangegangenen drei Wirtschaftsjahren etwas verlangsamt, wären die aktuell taxierten Exporte in Höhe von 89,4 Mio. t das vierte Rekordvolumen in Folge. Auf Jahressicht entspricht das einem Plus von rund 4,3 %. Zum Vergleich: vor zehn Jahren wurden noch nur 65,4 Mio. t Sojaschrot über die Weltmeere verschifft. Treibender Faktor dieses Anstiegs ist der wachsende Verbrauch in der Fütterung. An der Spitze der weltweit bedeutendsten Lieferländer steht dabei Argentinien mit einem Exportvolumen von 29,6 Mio. t, was ebenfalls mehr wären als die 29 Mio. t des Vorjahres. Dahinter rangieren Brasilien und die USA mit 27,1 Mio. t und knapp 20,6 Mio. t. 

Folglich stiegen in den letzten vier Wirtschaftsjahren auch die weltweiten Importe deutlich. 2026/27 dürften sich die Einfuhren auf insgesamt rund 85,4 Mio. t belaufen, was nicht nur 3,5 % mehr wären als in der vergangenen Saison, sondern auch einem neuen Spitzenwert entspricht. Die größte Menge dürfte dabei die EU beziehen, welche die Einfuhren um voraussichtlich 300.000 t auf 20,4 Mio. t steigert. Auf Platz 2 und 3 folgen nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) Vietnam und Indonesien mit jeweils 6,9 und 6,8 Mio. t. 

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) sieht in dieser Entwicklung den dringenden Bedarf für eine auf Versorgungssicherheit und nachhaltige Resilienz ausgerichtete Förderung des Proteinpflanzenanbaus in der EU. Deshalb müsse die Anfang Juli von der EU-Kommission vorgelegte Proteinstrategie nun ausgefüllt werden. Die UFOP sieht dazu die Mitgliedsstaaten in der Pflicht, wenn Nachhaltigkeit im Ackerbau und mehr Versorgungssicherheit in der Proteinversorgung Realität werden sollen. Die Förderunion stellt fest, dass 20,4 Mio. t Sojaschrotimporte einer Anbaufläche von ca. 7,2 Mio. ha entsprechen oder etwa 62 % der Ackerfläche hierzulande.  


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