Deutschlands Biodieselexporte rückläufig UFOP: Deutschland exportiert weiterhin THG-Minderungspotenzial

Berlin, 25. Februar 2026. – Die Exporte von Biodiesel aus Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2025 im Vergleich zum Rekordvolumen im Vorjahr (3,22 Mio. t) um rund 11 % auf etwa 2,90 Mio. t gesunken. Der Nettoexport verringerte sich um 0,47 Mio. t auf 1,14 Mio. t. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) kritisiert, dass damit auch Potenzial zum Klimaschutz im Verkehr exportiert wird und fordert daher Anpassungen im Rahmen des laufenden parlamentarischen Verfahrens zum THG-Quotengesetz. 

Die Niederlande bleiben mit Abstand wichtigster Handelspartner. Rotterdam fungiert als zentrale Drehscheibe im internationalen Biokraftstoffhandel. Die Liefermengen bleiben mit 1,4 Mio. t weitgehend unverändert. Gleiches gilt für die Lieferungen nach Belgien. Mit 708.700 t und einem Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr rangiert das Nachbarland auf Platz 2 der wichtigsten Abnehmer für Biodiesel aus Deutschland. Österreich bezog mit 121.700 t rund 29 % mehr deutschen Biodiesel. Dagegen reduzierten sich die Ausfuhren nach Polen um 10 % auf 356.700 t. Auch die Schweiz, Frankreich, Lettland, Schweden und andere Länder der EU erhielten jeweils weniger. 

Bei den Einfuhren zeigt sich ein anderes Bild. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH bezog Deutschland rund 1,7 Mio. t Biodiesel aus dem Ausland und damit rund 7 % mehr als 2024. Die größten Mengen kamen aus den Niederlanden, Belgien, Malaysia und Polen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Importe aus Polen um etwa 25 % auf rund 80.100 t. Aus Malaysia kamen dagegen knapp 16 % weniger. 

Vor dem Hintergrund der Beratung des Gesetzesentwurfs zur Weiterentwicklung der THG-Quote im Deutschen Bundestag fordert die UFOP die Anhebung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von 4,4 % auf das EU-rechtlich zulässige Niveau von 5,8 %. Das in absoluten Mengen auf hohem Niveau schwankende Exportvolumen sei die Reserve zur Erfüllung der im Gesetzentwurf vorgesehenen, bis zum Jahr 2040 auf 59 % steigenden THG-Quotenverpflichtung. Statt diese Biodieselmengen über den Preis in den EU-Markt zu vertreiben, könne dieses Potenzial auch für den nationalen Klimaschutz eingesetzt werden, betont die UFOP. 

Darüber hinaus fordert die Förderunion zur Stabilisierung der THG-Quotenpreise, die für das Jahr 2028 vorgesehene THG-Quotenverpflichtung von 17,5 % auf das Jahr 2027 vorzuziehen und im folgenden Jahr 2028 eine Erhöhung auf 19,5 % vorzunehmen. So könne der anderenfalls erhebliche Sprung zu der im Gesetzentwurf vorgesehenen Verpflichtung von 21 % im Jahr 2029 vermieden werden.


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