Sojaanbau 2026 - Deutschlands Erzeugung auf Rekordkurs

Berlin, 24. Juni 2026 – Das Sojaangebot der EU‑27 wird nach einer Schätzung der EU-Kommission in der Vermarktungssaison 2026/27 unter dem Vorjahresniveau liegen. Ausschlaggebend für die geringere Erntemenge ist insbesondere der deutliche Rückgang der italienischen Erzeugung. In Deutschland wird dagegen ein Höchststand erreicht. Allerdings besteht nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) noch ein erhebliches Ausbaupotenzial

Der Sojaanbau befinde sich in der EU grundsätzlich im Aufwind. Der Verband verweist auf die nach Angaben der EU‑Kommission inzwischen erreichte Verdreifachung der Sojaerzeugung in der Europäischen Union in den vergangenen zehn Jahren, auch wenn die erzeugte Menge 2026 zum zweiten Mal in Folge rückläufig ausfalle. Die UFOP setze auf die Förderimpulse der angekündigten nationalen und europäischen Proteinpläne. Angesichts der desolaten Situation auf dem Getreide- und Zuckermarkt sei eine nachfragegetriebene Diversifizierung der Fruchtfolge ein Gebot der Stunde.

Als kontraproduktiv für die gewünschte Ausweitung des europäischen Sojaanbaus wird sich nach Einschätzung des Verbandes jedoch das Vorhaben der Generaldirektion Energie der EU-Kommission erweisen, die Sojabohne weltweit als sogenannter „high-iLUC“-Rohstoff einzustufen. Rat und Parlament seien gefordert, den Entwurf der Delegierten Verordnung zu stoppen. Erfreulicherweise haben sich die Abgeordneten des ITRE-Ausschusses (Industrie, Forschung und Energie) des EP in dieser Woche mehrheitlich für einen Antrag der Fraktionen EVP, EKR und Renew ausgesprochen und haben damit dem Parlament empfohlen, die von der EU-Kommission geplante Einstufung von Soja zu stoppen. Das EP-Plenum sei nun gefordert, dieser Empfehlung zu folgen.

Für das laufende Erntejahr wird eine Produktion von knapp 2,8 Mio. t Sojabohnen erwartet, rund 1 % weniger als 2025. Ausschlaggebend für das insgesamt kleinere Sojaangebot der EU‑27 sind nach Recherchen der Agrarmarkt Informations‑Gesellschaft mbH geringere Ertragserwartungen.

Italien bleibt mit den aktuell prognostizierten 899.000 t zwar größter EU‑Erzeuger, verfehlt das Vorjahresvolumen jedoch voraussichtlich um rund 15 %. Damit würde die italienische Sojaernte auf den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre fallen. Für Frankreich als zweitgrößten EU‑Anbieter rechnet die Kommission dagegen mit einem Anstieg um 4 % auf 408.000 t. Auch in weiteren Mitgliedstaaten wird das Sojaaufkommen über dem Vorjahresniveau gesehen.

Besonders dynamisch entwickelt sich die Sojaerzeugung in Deutschland. Die
EU‑Kommission erwartet gegenüber 2025 einen Zuwachs von gut 21 % auf
159.000 t, womit die Ernte voraussichtlich das bislang höchste verzeichnete
Niveau erreicht. Trotz des im EU‑Vergleich weiterhin begrenzten absoluten
Umfangs gewinnt Deutschland damit an Bedeutung. Die Ausweitung von
Anbau und Erzeugung unterstreicht die Rolle Deutschlands als
Wachstumsmarkt, getragen von der steigenden Nachfrage nach heimischen
Eiweißträgern.




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